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Geschichte von Bitcoin

Vom Whitepaper im Jahr 2008 bis zu einem weltweiten Netzwerk, das von Millionen Menschen genutzt wird. Wir erzählen, wie Bitcoin entstanden ist, wer dahintersteckt und warum es auch heute noch wichtig ist.

Ruben Middelhoven

Autor: Ruben Middelhoven

Experte für Wallets und Krypto-Hardware

Vor Bitcoin: die Cypherpunks

Wie ist Bitcoin eigentlich entstanden? Und was ist seitdem alles passiert? Um das gut zu verstehen, gehen wir zuerst zurück zum Anfang der Neunzigerjahre. Danach verfolgen wir die Geschichte Schritt für Schritt bis heute.

Bitcoin ist nicht aus dem Nichts entstanden. Die Wurzeln liegen in den 80er- und 90er-Jahren, als eine Gruppe von Kryptografen, die sich die Cypherpunks nannte, darüber nachdachte, wie man Privatsphäre und Geld mit Mathematik statt mit Institutionen schützen kann.

David Chaum entwickelte 1989 DigiCash: das erste digitale Geld auf Basis von Kryptografie. Adam Back schlug 1997 Hashcash vor, ein System, das Spam mit Proof-of-Work ausbremst. 1998 beschrieben Wei Dai und Nick Szabo unabhängig voneinander b-money und bit gold, frühe Ideen für dezentrales elektronisches Geld.

Jeder Vorschlag löste einen Teil des Rätsels, aber kein System funktionierte in großem Maßstab. Es fehlte eine Methode, um das Problem der doppelten Ausgabe ohne einen zentralen Server zu lösen.

2008-2009: Satoshi und die Geburt von Bitcoin

Im Oktober 2008, mitten in der weltweiten Finanzkrise nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers, veröffentlichte jemand unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ein neunseitiges Dokument: das Bitcoin-Whitepaper. Die zentrale Frage: Können wir elektronisches Geld schaffen, ohne Banken zu benötigen?

Satoshis Antwort kombinierte Ideen der Cypherpunks mit einem neuen Mechanismus: der Blockchain. Jede Transaktion kommt in einen Block, Blöcke werden zu einer Kette verknüpft, und das gesamte Netzwerk validiert, was echt ist. Eine zentrale Autorität ist nicht nötig.

Der erste Block

Am 3. Januar 2009 minte Satoshi den ersten Block, bekannt als Genesis-Block. Darin hinterließ er eine Botschaft, die noch heute zu lesen ist: "The Times 03/Jan/2009 Chancellor on brink of second bailout for banks". Ein direkter Verweis auf die Bankenrettung im Vereinigten Königreich.

Am 12. Januar 2009 schickte Satoshi 10 Bitcoin an den Programmierer Hal Finney: die erste echte Transaktion zwischen zwei Menschen im Netzwerk.

Bis heute weiß niemand, wer Satoshi ist. 2010 verschwand er aus den Foren und wurde nie wieder gesehen.

Die ersten Jahre (2009-2013)

In den ersten Jahren war Bitcoin ein Experiment unter Programmierern. Es hatte kaum Wert: Am 22. Mai 2010 zahlte Laszlo Hanyecz 10.000 BTC für zwei Pizzen. Dieser Tag wird heute weltweit als Bitcoin Pizza Day gefeiert.

Die ersten Börsen entstanden kurz darauf. Mt. Gox, gestartet am 18. Juli 2010, wickelte auf seinem Höhepunkt 70 % des weltweiten Bitcoin-Volumens ab. Der Kurs stieg von ein paar Cent im Jahr 2010 auf mehr als 1.000 Dollar im Jahr 2013.

Der Fall von Mt. Gox

Im Februar 2014 ging Mt. Gox pleite. Ein Hack hatte 850.000 BTC von Kunden gekostet. Für viele war das eine harte Lektion: Wer seine Schlüssel nicht verwaltet, verwaltet seine Coins nicht. Daher kommt der Spruch "not your keys, not your coins".

Vom Experiment zur Infrastruktur (2014-heute)

Nach dem Fall von Mt. Gox reifte das Ökosystem. Es kamen Börsen mit besserer Sicherheit, Hardware-Wallets, um Coins offline aufzubewahren, und Aufsichtsbehörden begannen, Rahmenbedingungen zu schaffen.

Jüngste Meilensteine

  • 2017: Erster großer Bullenmarkt. Bitcoin steigt in einem Jahr von 1.000 auf fast 20.000 Dollar. Am 1. August 2017 spaltet sich das Netzwerk in Bitcoin (mit SegWit) und Bitcoin Cash (größere Transaktionsblöcke).
  • 2018: Das Lightning Network wird aktiv: eine zweite Ebene über der Blockchain, die blitzschnelle Mikrotransaktionen mit minimalen Kosten ermöglicht.
  • 2020-2021: Unternehmen wie MicroStrategy und Tesla nehmen Bitcoin in ihre Bilanz auf. El Salvador macht Bitcoin zum offiziellen Zahlungsmittel.
  • 2024: Die US-amerikanische SEC genehmigt die ersten Spot-Bitcoin-ETFs und öffnet damit die Tür für institutionelle Anleger.
  • 2024 in der EU: MiCA tritt in Kraft, der rechtliche Rahmen, der Krypto in der gesamten Europäischen Union reguliert.

Bitcoin heute

Bitcoin hat sich von einem Experiment unter Programmierern zu einer weltweiten Finanzinfrastruktur mit Millionen von Nutzern entwickelt. Das Netzwerk verarbeitet noch immer alle zehn Minuten einen Block, genau wie 2009.

Fragen zur Geschichte von Bitcoin

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