Was ist bei Binance passiert?
Am Donnerstagabend, dem 29. Oktober 2026, wurde Binance gehackt. Binance schätzt den Schaden auf rund 6,3 Milliarden US-Dollar. Damit ist es der größte Krypto-Hack aller Zeiten. Der bisherige Rekord war der Hack bei Bybit im Jahr 2025 mit rund 1,4 Milliarden US-Dollar.
Gegen 21:20 Uhr (MEZ) verschwanden die ersten Coins aus den Wallets von Binance. Gegen 23:15 Uhr stoppte Binance die Auszahlungen. Gründer Changpeng Zhao meldete auf X, dass Binance wahrscheinlich gehackt wurde.
Wie sind die Hacker hineingekommen?
Laut der ersten Untersuchung von Binance begann alles mit einem einzigen Laptop. Er gehörte einem DevOps-Engineer: jemandem, der die technischen Systeme verwaltet. Über diesen Laptop gelangte der Angreifer in einen internen Dienst, der Auszahlungen anfordern konnte. So konnten die Hacker Coins wegschicken.
Binance sagt, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass Private Keys geleakt wurden. Ein Private Key ist wie der PIN-Code eines Tresors. Die Hacker hatten den PIN-Code also nicht. Sie haben ein System missbraucht, das den Tresor öffnen durfte.
Das Sicherheitsunternehmen Blockaid vermutet, dass der Angreifer eine Funktion von Ethereum missbraucht hat: EIP-7702. Binance hat das noch nicht bestätigt. Die Untersuchung läuft noch.
Was wurde gestohlen?
Die Hacker haben Coins aus den Hot Wallets von Binance abgezogen. Eine Hot Wallet ist eine Wallet, die immer online ist, damit Auszahlungen schnell gehen. Betroffen waren unter anderem Bitcoin, Ether, BNB und die Stablecoins USDT und USDC.
Wurde Geld zurückgeholt?
Ja, ein Teil wurde eingefroren. Binance meldet, dass rund 3 Milliarden US-Dollar blockiert wurden. Tether hat über 1,5 Milliarden US-Dollar in USDT eingefroren. Circle hat rund 800 Millionen US-Dollar in USDC eingefroren. Eingefroren bedeutet: Die Hacker kommen nicht mehr daran. Ob das Geld auch zurückkommt, ist noch nicht sicher.
Warum kann man Stablecoins einfrieren, Bitcoin aber nicht?
Hinter USDT und USDC steht jeweils ein Unternehmen: Tether und Circle. Diese Unternehmen haben eine Sperrfunktion in ihre Stablecoins eingebaut. Damit können sie eine Adresse einfrieren. Das haben sie innerhalb weniger Stunden nach dem Hack getan.
Bei Bitcoin gibt es so eine Funktion nicht. Keine Bank, kein Unternehmen und keine Regierung kann eine Bitcoin-Transaktion aufhalten. Das schützt dich als Nutzer, in diesem Fall aber auch den Hacker. Laut On-Chain-Trackern hält der Hacker noch über 18.000 Bitcoin im Wert von rund 1,45 Milliarden US-Dollar. Die kann niemand einfrieren.
Das zeigt, wie die beiden funktionieren. Stablecoins sind digitale Dollar mit einer zentralen Verwaltung. Bitcoin gehört niemandem und kann deshalb auch von niemandem gestoppt werden.
Wer steckt dahinter?
Das ist noch nicht offiziell bestätigt. Analysefirmen wie TRM Labs und Blockaid verweisen auf nordkoreanische Hacker, etwa die Lazarus-Gruppe. Laut FBI steckte diese Gruppe auch hinter dem Bybit-Hack. Binance selbst hat noch niemanden benannt.
Bekommen Kunden von Binance ihr Geld zurück?
Binance verspricht es. Co-CEO Yi He sagt, dass Binance alle Verluste ersetzt. Das Geld kommt aus dem SAFU-Fonds (einem Notfallfonds für Kunden) und aus den eigenen Mitteln von Binance. Vor dem Hack hatte Binance rund 144 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten. Der Schaden entspricht etwa 4% davon.
Kannst du jetzt Geld bei Binance auszahlen?
Noch nicht. Auszahlungen sind gestoppt. Yi He erwartet, dass sie innerhalb von 48 Stunden wieder starten. Ein genaues Datum gibt es nicht. Zu Einzahlungen sagte Binance zunächst, dass diese ebenfalls gestoppt seien. Später meldete Yi He, dass sie normal funktionieren.
Nutzt du selbst Binance? Das kannst du tun
Binance sagt, dass es alle Verluste von Kunden ersetzt. Du musst also nicht in Panik geraten. Gut zu wissen:
- Auszahlungen sind vorübergehend nicht möglich. Binance erwartet, sie innerhalb von 48 Stunden wieder freizuschalten.
- Verfolge Updates nur über die App oder Website von Binance selbst oder über den offiziellen Account auf X.
- Bekommst du eine Nachricht über eine Entschädigung, die du "beanspruchen" musst? Das ist mit ziemlicher Sicherheit Betrug.
- Melde dich an, indem du die Adresse selbst eintippst. Nicht über einen Link in einer E-Mail oder SMS.
Wie hat der Kurs reagiert?
Der Markt war aufgeschreckt. Bitcoin fiel kurz nach dem Hack um fast 5% auf unter 77.000 US-Dollar. Ether fiel um fast 6% und BNB um 8%. Am Freitagmorgen lag Bitcoin wieder bei rund 78.000 US-Dollar.
Hat das Folgen für BTC Direct?
Nein. BTC Direct ist von dem Hack bei Binance nicht betroffen. Du kannst ganz normal Krypto kaufen und verkaufen. Wir verwahren keine Coins für dich: Sie gehen direkt in deine eigene Wallet.
Wie schützt du dich?
Nach einem großen Hack werden Betrüger aktiv. Sie verschicken E-Mails und Nachrichten, die scheinbar von Binance kommen. Oder von einer anderen Börse. So schützt du deine Coins:
- Teile niemals deine Seed Phrase oder deinen Private Key. Wir fragen nie danach, und auch sonst sollte niemand das tun.
- Klicke nicht auf Links in unerwarteten Nachrichten. Rufe die Website selbst über deinen Browser auf.
- Bestätige niemals eine Transaktion oder Anfrage in deiner Wallet, wenn du nicht genau weißt, was sie bewirkt. Laut Forschern spielte eine solche Signatur auch bei diesem Hack eine Rolle.
- Aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für alle deine Konten.
- Bewahre deine Coins langfristig in einer eigenen Wallet auf, zum Beispiel einer Hardware Wallet. Eine Hardware Wallet ist wie ein Tresor bei dir zu Hause: Nur du hast den Schlüssel.
Bist du unsicher, ob eine Nachricht wirklich von uns kommt? Dann wende dich an unseren Customer Support. Brauchst du Hilfe? Unsere Experten sind für dich da.
Quellen
- CoinDesk: Binance loses over $6 billion in the largest crypto hack to date
- TechCrunch: Binance pauses withdrawals as hackers suspected of stealing billions
- Bitcoin.com: Binance releases first $6.3B hack findings
- FinanceFeeds: Binance withdrawals expected back within 48 hours
- U.Today: Binance reveals when it will resume withdrawals
- crypto.news: How one wallet trick led to a $6.3 billion breach
- CZ auf X (30. Okt.)
- Aakash Gupta auf X, mit On-Chain-Daten von Watcher.Guru (30. Okt.)