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Fibonacci in der TA, erklärt

Fibonacci-Niveaus sind ein Werkzeug aus der technischen Analyse, um einzuschätzen, wo ein Kurs wahrscheinlich eine Korrektur macht. Die Methode stammt aus einer jahrhundertealten Zahlenreihe und wird heute breit auf Kryptocharts genutzt. Wir erklären, was es ist und wie du es selbst anwendest.

Die kurze Antwort: Fibonacci sagt Korrekturzonen voraus

Fibonacci-Niveaus zeigen, wo ein Kurs wahrscheinlich korrigiert. Auf dieser Seite liest du, was die Reihe ist, wie du die Linien in deinen Chart einzeichnest und wie du sie bei der Analyse von Bitcoin und anderen Coins einsetzt.

Ein Kurschart bewegt sich nie in gerader Linie. Nach einem starken Anstieg oder Rückgang folgt nahezu immer eine Korrektur, eine vorübergehende Bewegung gegen den Trend. Fibonacci-Niveaus sind feste Prozentsätze, die helfen vorherzusagen, wie weit eine solche Korrektur ungefähr reichen kann.

Die wichtigsten Niveaus sind 23,6 Prozent, 38,2 Prozent, 50 Prozent, 61,8 Prozent und 78,6 Prozent. Viele Trader zeichnen diese Linien in ihren Chart und platzieren dort ihre Kauf- oder Verkaufsorders. Weil so viele Marktteilnehmer dieselben Zonen nutzen, wird der Effekt selbstverstärkend.

Wer war Fibonacci?

Leonardo Fibonacci war ein italienischer Mathematiker, der um das Jahr 1200 eine einfache Zahlenreihe beschrieb. Aus dieser Reihe ergeben sich Verhältnisse, die auffallend oft in der Natur vorkommen: in der Spirale einer Muschel, in den Blütenblättern einer Sonnenblume, in Galaxien und in den Proportionen des menschlichen Körpers. Selbst die Komposition der Mona Lisa soll laut Kunsthistorikern auf diesen Verhältnissen beruhen.

Was es für Trader interessant macht: dieselben Verhältnisse erweisen sich auch als nützlich, um Kursbewegungen zu analysieren. Nicht weil der Markt "mathematisch" wäre, sondern weil genug Teilnehmer die Niveaus verfolgen, und dadurch entsteht die oben schon genannte Selbstverstärkung.

Wie sieht die Fibonacci-Reihe aus?

Die Reihe beginnt mit 0 und 1. Jede folgende Zahl ist die Summe der beiden vorhergehenden:

0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144, 233, ...

Teilst du eine Zahl durch die nächste Zahl der Reihe (zum Beispiel 55 ÷ 89), kommst du auf rund 0,618. Teilst du zwei Stellen weiter (55 ÷ 144), dann rund 0,382. Das bleibt durch die ganze Reihe konsistent. So entstehen die bekannten Prozentsätze für die technische Analyse:

  • 23,6 Prozent, kleine, oberflächliche Korrektur
  • 38,2 Prozent, gängiges Korrekturniveau in einem starken Trend
  • 50 Prozent, kein "echtes" Fibonacci, aber viel genutzt als psychologische Mitte
  • 61,8 Prozent, der "Goldene Schnitt", oft der tiefste Punkt einer Korrektur
  • 78,6 Prozent, tiefe Korrektur, der Trend wankt

Wie nutzt du Fibonacci in einem Chart?

In fast jeder Charting-Software (TradingView, Coinigy, Bitstamp Pro) ist ein Fibonacci-Werkzeug standardmäßig eingebaut. Du wählst zwei Punkte, ein Hoch und ein Tief, und die Software zieht die waagerechten Linien automatisch dazwischen.

In einem fallenden Trend ziehst du die Linie vom letzten Hoch zum letzten Tief. Die Fibonacci-Niveaus liegen dann über dem Tief. Diese Niveaus zeigen, wie weit eine mögliche Aufwärtskorrektur reichen kann, bevor der Rückgang weitergeht.

In einem steigenden Trend ziehst du die Linie vom letzten Tief zum letzten Hoch. Die Niveaus liegen nun unter dem Hoch. Sie zeigen, wo eine Abwärtskorrektur stoppen kann, bevor der Anstieg wieder aufgenommen wird.

Wichtig: der Kurs stoppt nicht immer genau auf einer Fibonacci-Linie. Sieh die Niveaus als Zonen, in denen eine Umkehr wahrscheinlicher ist, nicht als harte Grenzen.

Wie findest du das richtige Hoch oder Tief zum Einzeichnen?

Der größte Fehler von Einsteigern: ein beliebiges Hoch oder Tief wählen. Dann sind die Fibonacci-Niveaus bedeutungslos. Ein gutes Hoch oder Tief erkennst du meist an einer Kombination von Signalen:

  1. Trendlinienbruch. Eine steigende Trendlinie, die durchbrochen wird, kann das Ende einer Aufwärtsbewegung markieren.
  2. Support- und Resistance-Zonen. Ein zuvor wichtiges Niveau, das wiedergefunden oder durchbrochen wird.
  3. Kreuzung von Moving Averages. Zum Beispiel ein kurzer MA, der einen langen MA schneidet, ein klassisches Umkehrsignal.
  4. Candlestick-Muster. Muster wie Hammer, Doji oder Engulfing können eine Umkehr ankündigen.

Je mehr Signale auf denselben Punkt fallen, desto wahrscheinlicher ist es, dass es tatsächlich ein gültiges Hoch oder Tief ist. Fibonacci-Niveaus bekommen dadurch erst in Kombination mit anderen TA-Werkzeugen echten Wert.

Fibonacci ist ein Hilfsmittel, keine Vorhersage. Niemand kann mit Sicherheit sagen, wo ein Kurs dreht. Kombiniere Fibonacci immer mit anderen Signalen und handle nie auf Basis eines einzigen Indikators. Die Informationen auf dieser Seite sind keine Anlageberatung.

Häufig gestellte Fragen

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