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Was ist Sextortion?

Hast du eine Mail bekommen, in der jemand behauptet, Aufnahmen von dir zu haben, und Bitcoin fordert? Atme erst mal durch. Das ist fast immer Massenerpressung und kein echter Hack. In diesem Artikel erklären wir, warum das so ist und was du am besten tust.

Zahle niemals. Eine Sextortion-Mail ist fast immer eine Massennachricht an Tausende Empfänger. Der Absender weiß nicht, wer du bist, und hat keine Aufnahmen. Zahlen hilft nichts und bestätigt dem Betrüger, dass deine Mailadresse "funktioniert".

Autor: Kevin Lah Anyane

Experte für customer support & Krypto

Was ist Sextortion genau?

Sextortion ist eine Form der Online-Erpressung, bei der der Absender behauptet, intime Aufnahmen von dir zu haben, meist "über deine Webcam aufgezeichnet, während du eine Erwachsenen-Website besucht hast". Er droht damit, diese Aufnahmen an deine Kontakte zu schicken, wenn du keinen Betrag in Bitcoin überweist.

Zwei Dinge fallen an diesen Mails auf:

  • Die Mail scheint von deiner eigenen Adresse zu kommen. Das nennt sich E-Mail-Spoofing, ein technischer Trick, mit dem sich jeder beliebige Absender in eine Mail eintragen lässt. Auf Seiten wie sendanonymousemail.net kann das jeder. Es beweist nichts über einen Hack.
  • Es wird Bitcoin verlangt. Eine Bitcoin-Adresse ist eine Folge aus Buchstaben und Zahlen, die sich nicht zu einer Person zurückverfolgen lässt. Der Erpresser kann erhaltenes Geld nicht dir zuordnen, was zugleich bedeutet, dass er auch nicht sehen kann, ob du zahlst oder nicht.

Warum ist das fast immer ein Massentrick?

Sextortion-Mails werden in großen Mengen verschickt, manchmal Millionen auf einmal. Der Erpresser hofft, dass ein kleiner Prozentsatz so erschrickt, dass er sofort zahlt. Drei typische Muster:

  • Kein persönlicher Beweis. Echte Erpressung enthielte mindestens einen Screenshot, einen Beispielausschnitt oder ein eindeutiges persönliches Detail. Sextortion-Mails liefern das nie.
  • Allgemeine Drohungen. Kein konkretes Datum, kein Name eines Familienmitglieds, keine erkennbare Adresse. Alles bleibt vage.
  • Manchmal ein echtes Passwort. Das stammt oft aus alten Datenlecks (Adobe, LinkedIn, Dropbox). Ein schneller Check auf haveibeenpwned.com zeigt, ob deine Daten in einem Leck waren.

Dieselbe Nachricht, fast wortgleich, taucht in Foren in Dutzenden Sprachen auf. Auf bitcoinabuse.com/reports siehst du, dass viele Menschen deine Nachricht ebenfalls bekommen haben.

Was soll ich stattdessen tun?

Vier Schritte, in dieser Reihenfolge:

  • 1. Zahle nicht. Keinen einzigen Euro, keinen halben, nichts. Zahlen löst nichts und setzt dich auf eine Liste von "Menschen, die zahlen".
  • 2. Ändere dein Passwort, wenn du es in alten Lecks auf haveibeenpwned.com wiederfindest. Nutze pro Dienst ein eigenes Passwort. Ein Passwortmanager (Bitwarden, 1Password) hilft enorm.
  • 3. Kleb einen Sticker über deine Webcam, wenn du dir wirklich Sorgen machst. Das ist eine harmlose physische Maßnahme, die jedes Kamerarisiko ausschaltet.
  • 4. Erstatte Anzeige. In den meisten europäischen Ländern kannst du Cyberkriminalität online melden. Es hilft der Polizei, Muster zu verfolgen, auch wenn sich die Erpresser selten einzeln zurückverfolgen lassen.

Wichtig: Kommt die Mail von jemandem, der sehr wohl persönliche Beweise liefert (einen echten Screenshot, deinen Namen in der Mail, eine konkrete jüngste Situation)? Dann ist das keine Standard-Sextortion. Erstatte sofort Anzeige und teile diesen Rat mit jemandem, dem du vertraust.

Wirst du mit echten Aufnahmen erpresst oder von jemandem, den du persönlich kennst? Das ist eine andere Geschichte und fällt nicht unter Massen-Sextortion. Sprich darüber, mit jemandem, dem du vertraust, oder über eine Opferhilfe-Organisation in deinem Land. Das ist nicht deine Schuld.

Wie sieht so eine Mail aus?

Ein typischer Ausschnitt aus einer deutschsprachigen Sextortion-Mail:

"Ich habe sehr schlechte Nachrichten für dich. An diesem Tag habe ich dein Betriebssystem gehackt und vollen Zugriff auf dein Konto erhalten. Mein Schadprogramm ist auf deinem Gerät installiert. Ich habe eine vollständige Kopie deiner Festplatte und aller Kontakte. Ich habe Screenshots gemacht, auf denen du dich vergnügst. Du bist so spektakulär! Ich bin sicher, du möchtest diese Screenshots deinen Freunden, deiner Familie oder deinen Kollegen zeigen."

Erkennst du Sätze wie diese? Dann hast du fast sicher dieselbe Standardmail bekommen, die weltweit kursiert.

Häufig gestellte Fragen zu Sextortion

Fragen zur Rolle von Bitcoin?

Wir sind ein europäischer Krypto-Broker und bekommen regelmäßig Fragen zu Sextortion-Mails. Hast du Fragen dazu, wie Bitcoin funktioniert oder warum es bei diesem Betrug eingesetzt wird? Unser Kundenservice hilft dir gerne weiter.