Was ist die Hashrate von Bitcoin?
Die Hashrate ist die Anzahl der Rechenversuche, die das Bitcoin-Netzwerk pro Sekunde unternimmt, um einen neuen Block zu finden. Je höher die Hashrate, desto mehr Rechenleistung steckt hinter Bitcoin. Und je mehr Rechenleistung, desto sicherer ist das Netzwerk.
Manchmal hörst du andere Begriffe für dasselbe: Rechenleistung, Computerleistung, Hashing Power oder Hashing-Geschwindigkeit. In diesem Artikel halten wir es einfach und verwenden vor allem das Wort Hashrate.
Das Wort besteht aus zwei Teilen. "Hash" ist eine Art mathematischer Mixer, durch den Miner Zahlen laufen lassen. "Rate" bedeutet Geschwindigkeit. Zusammen: Wie schnell kann das Netzwerk hashen?
Wie funktioniert Mining und woher kommt diese Hashrate?
Bitcoins werden "gemined". Das klingt kompliziert, läuft aber auf sehr schnelles Raten hinaus. Miner sind spezialisierte Computer, die immer wieder drei Dinge durch eine SHA-256-Hashfunktion schicken:
- Ein Datenstück aus dem zuletzt zur Blockchain hinzugefügten Block.
- Einen neuen Block mit offenen Transaktionen.
- Eine zufällige Zahl, die "Nonce".
Das Ergebnis ist ein Hash. Dieser Hash muss unter einer bestimmten Schwelle liegen, die das Netzwerk selbst festlegt (das "Schwierigkeitsziel"). Klappt es nicht? Dann probiert der Miner eine andere Nonce. Und noch eine. Und noch eine. Millionen Mal pro Sekunde.
Die Hashrate ist genau das: die Gesamtzahl der Versuche pro Sekunde von allen Minern zusammen. Wer den richtigen Hash zuerst findet, darf den Block an die Kette hängen und bekommt neue Bitcoins als Belohnung.
Warum ist eine hohe Hashrate gut für Bitcoin?
Eine höhere Hashrate bedeutet: Mehr Computer arbeiten am Netzwerk. Und das macht Bitcoin sicherer.
Wer das Netzwerk kapern will, muss 51 % der gesamten Rechenleistung in die Hände bekommen. Das nennt man einen 51-Prozent-Angriff. Je höher die Hashrate, desto mehr Hardware und Strom brauchst du dafür. In der Praxis ist diese Rechnung längst astronomisch geworden.
Deshalb ist die Hashrate auch ein praktischer Gesundheitsmesser. Steigt sie? Dann vertrauen Miner dem Netzwerk genug, um in neue Ausrüstung zu investieren. Fällt sie deutlich? Dann ziehen sich Miner zurück, etwa weil der Strom zu teuer geworden ist oder weil ein Land Mining verboten hat.
Eine Anmerkung: Nicht nur die Zahl zählt, sondern auch die Verteilung. Wenn sehr viel Hashrate in einem Land sitzt, ist das anfälliger, als wenn sie weltweit verteilt ist.
Wie wird die Hashrate gemessen?
Die Basiseinheit sind Hashes pro Sekunde, abgekürzt H/s. Weil das Bitcoin-Netzwerk aber gigantisch ist, nutzt du in der Praxis größere Einheiten:
Abkürzung | Bedeutung | Anzahl Hashes pro Sekunde |
|---|---|---|
kH/s | Kilohash | 1.000 |
MH/s | Megahash | 1.000.000 |
GH/s | Gigahash | 1 Milliarde |
TH/s | Terahash | 1 Billion |
PH/s | Petahash | 1 Billiarde |
EH/s | Exahash | 1 Trillion |
ZH/s | Zettahash | 1 Trilliarde |
Zum Zeitpunkt, an dem dieser Artikel geschrieben wurde, schafft das Bitcoin-Netzwerk weltweit gemeinsam ein paar Hundert EH/s. Das sind Hunderte Trillionen Versuche pro Sekunde, eine unvorstellbar große Zahl.
Um diese Rechenleistung zu liefern, nutzen Miner ASICs: Chips, die speziell für Bitcoin gebaut sind. Ein gängiger ASIC kostet einige Tausend Euro und ist Tausende Male schneller als ein gewöhnlicher Laptop.
Die Hashrate sagt etwas darüber aus, wie sicher Bitcoin ist, nicht darüber, wie schnell eine Transaktion bestätigt wird. Bitcoin produziert im Schnitt alle 10 Minuten einen Block, unabhängig davon, ob die Hashrate steigt oder fällt. Deshalb passt das Netzwerk die Schwierigkeit alle zwei Wochen automatisch an.
Warum passt das Netzwerk die Schwierigkeit an?
Bitcoin ist so programmiert, dass im Schnitt alle 10 Minuten ein Block entsteht. Nicht mehr, nicht weniger. Aber die Hashrate ändert sich ständig: Neue Miner kommen dazu, alte steigen aus. Wie hält das Netzwerk diesen 10-Minuten-Rhythmus dann?
Die Antwort: die Schwierigkeit (Difficulty). Alle 2.016 Blöcke, ungefähr zwei Wochen, schaut das Netzwerk, wie schnell diese Blöcke gefunden wurden:
- Schneller als 10 Minuten im Schnitt? Die Schwierigkeit steigt.
- Langsamer als 10 Minuten im Schnitt? Die Schwierigkeit sinkt.
Dadurch bleibt das Tempo vorhersehbar, selbst wenn die Hashrate kräftig wächst oder schrumpft. Es ist eines der elegantesten Stücke Satoshi-Design.
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